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rebella67
Rang5



Anmeldungsdatum: 10.01.2002
Beiträge: 13009

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2012 23:56 Beitrag speichern    Titel: Kritik: "Samenbanken – Samenspender. Ethnografische ... Antworten mit Zitat

Für alle Interessierten: Ich gebe euch mal zur Kenntnis, was ich jetzt einer Gruppe von Ethnolog(inn)en geschrieben habe, die ein Buch mit Studien zum Thema Samenspende herausgegeben haben.

Anhand meiner Kritik könnt ihr ein paar Rückschlüsse ziehen, was in dem Buch so vorzufinden ist ...



Sehr geehrte Frau Prof. Michi Knecht und sehr geehrte KollegInnnen,

ich möchte Ihnen gern meine Gedanken zu Ihrem Buch “Samenbanken – Samenspender. Ethnografische und historische Perspektiven auf Männlichkeiten in der Reproduktionsmedizin” schreiben.

Doch lassen Sie mich bitte zunächst vorstellen. Ich habe zwei Söhne nach donogener IVF, 13 und 9 Jahre alt, und beschäftige mich deshalb seit 15 Jahren mit diesem Thema. Seit gut 10 Jahren, seitdem ich das Internet nutze, beschäftige ich mich damit intensiver. Ich bin Moderatorin in den beiden größten deutschen Internetforen für donogene Insemination (kleinputz, wunschkind), bin Ansprechpartnerin bei www.di-familie.de für die Berliner Region und Mitorganisatorin für die jährlich in Berlin stattfindenden Treffen von Familien nach donogener Befruchtung. Ich schätze mich daher als gut informiert ein.

Vielleicht ist es in Bezug auf das, was Sie weiter unten lesen werden, für Sie auch interessant, zu wissen, dass ich als junge Erwachsene noch vor dem Mauerfall in der DDR Blutspenderin war. Damals wurden Blutspenden nicht bezahlt und das war für mich auch selbstverständlich. Ich habe aus altruistischen Gründen gespendet. Als ich 1990 wieder einmal Blut spendete, wollte man mir diese mit 50 DM bezahlen. Ich lehnte ab, weil mir das sehr suspekt war, dass ich Geld für eine Spende von Körperstoffen erhalten sollte, die doch für einen guten Zweck bestimmt waren. Man sagte mir, dass ich die 50 DM nicht ausschlagen könne. Das wäre nun einmal so geregelt. Ich habe es dann einfach nicht abgeholt (obwohl ich es in der Studentenzeit auch hätte gut gebrauchen können).

Als sich einige Jahre später herausstellte, dass wir aufgrund der genetischen Disposition meines Mannes keine Kinder mit seinen Genen bekommen konnten, entschieden wir uns 1997 dafür, eine Familie mittels Samenspende zu gründen. Das war damals ziemlich schwer für uns, weil der Gynäkologe uns sagte, die Samenspende wäre in Deutschland verboten und weil wir damals noch kein Internet hatten. Es war ausgesprochen schwer, an Informationen zu kommen und aufgrund des augenscheinlichen Verbotes doppelt emotional belastend. Irgendwann hatten wir - nachdem wir fast eine Auslandsbehandlung begonnen hätten - doch einen Arzt in Berlin gefunden. Dort mussten wir damals 1.500 oder 2.000 DM (ich weiß es nicht mehr so genau) Einstand für die Samenbank bezahlen, sowie ca. 400 DM für jeden weiteren Inseminationsversuch. Auch die IVF, zu der wir später wechseln mussten, mussten wir vollständig allein bezahlen, obwohl andere Paare damals noch ihre Kinderwunschbehandlung bis zu max. 4 Versuchen 100% von den Krankenkassen finanziert bekamen.

Über diese gesetzliche Herabwürdigung unserer Art der Familiengründung waren wir damals schon sehr verärgert. Ich möchte hier zum Ausdruck bringen, dass ich in dem Zusammenhang wirklich den Gedanken hatte, man zwingt uns, unser Kind zu kaufen. Dass ich mal Geld dafür hinlegen müsste, um ein Kind bekommen zu können, wäre mir zuvor in meinen kühnsten Träumen nicht eingefallen. Ich hatte es bis dahin als vollkommen selbstverständlich empfunden, dass eine Gesellschaft Menschen in Not hilft. Und als Menschen in Not habe ich uns begriffen. Die ungewollte Kinderlosigkeit war für uns eine deutliche Notlage. - Für homologe Befruchtungen wurden und werden die Ärzte ja auch bezahlt, nur eben durch die Krankenkassen. Das jedoch habe ich und würde ich heute auch weiterhin nicht als “Kaufen eines Kindes” empfinden, sondern eher als Hilfe durch die Solidargemeinschaft. Der Reproduktionsmediziner muss von seiner Arbeit leben können und das geht nun mal nicht ohne Bezahlung.

Trotz dieser Empfindung, „wir müssen uns jetzt unser Kind kaufen“, haben wir uns sofort für die Behandlung in Berlin entschieden. Schließlich war das ja unsere einzige Chance. Wenn ich nach einem Unfall Blut verloren hätte und eine Bluttransfusion bräuchte, diese aber nur bei Eigenbezahlung bekäme, hätte ich das schließlich auch gemacht, obwohl ich die Tatsache, dass ich keine Hilfe durch die Gemeinschaft erhalte, als unethisch empfinde. Allerdings habe ich uns in dieser Position zusammen mit unserem Kind als Opfer gesellschaftlicher Inakzeptanz und Hilfeverweigerung gesehen und sehe das auch heute noch so. Offenbar wird das anderswo anders gesehen. Außenstehende betrachten oft uns Eltern als Täter, als kaltherzige Egoisten, die sich (Designer-)Kinder kaufen und über die Interessen ihrer potentiellen Kinder hinwegsetzen. Das ist etwas, was mich sehr verletzt und was mir leider auch in Ihrer Arbeit entgegen schlägt.

Im Internet habe ich schon in den vergangenen Jahren Arbeiten von Ethnologen und Soziologen zum Thema assistierte Befruchtungen gelesen. Diese Artikel sind in einem Stil geschrieben, dass ich mich als ehemalige Nutzerin der Reproduktionsmedizin herabgewürdigt sehe. Ihre Studenten-Kollegin Maren K. [den Namen hab ich hier mal gekürzt] schrieb mich vor ein paar Monaten über www.di-Familie.de an und bat mich und meinen Mann, ein Interview für ihre Forschungen zu geben. Nachdem ich es aber gewagt hatte, erst mal nach ihren bisherigen Arbeiten zum Thema zu schauen, (das halte ich nach einer negativen Erfahrung mit einer Journalistin für notwendig), winkte Frau K. beleidigt ab und wollte mich nicht mehr interviewen. Warum eigentlich nicht? Weil ich sie kritisieren könnte? Suchen Ethnolog(inn)en nur uninteressierte Lämmer, über die sie unkommentiert schreiben können, was sie wollen? Die ihnen keine Auseinandersetzungen mit vielleicht unbequemen Fragen liefern? Ist es denn nicht gerade interessant, mit Leuten zu sprechen, die sich sehr viele Gedanken machen und auch dies und jenes hinterfragen? Fühlen Sie sich in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit gestört, wenn die, über die Sie schreiben, Ihnen auch mal widersprechen? Eigentlich müßte es doch sehr darum gehen, Subjekte der DI nicht zu Objekten zu machen, nicht überheblich zu werden sondern gut zuzuhören, wenn es um die Innenansicht der eigentlich Betroffenen geht...

Nun also Ihr Buch: “Samenbanken - Samenspender. Ethnografische und historische Perspektiven auf Männlichkeiten in der Reproduktionsmedizin”. Nachdem ich bei amazon die Einleitung von Michi Knecht gelesen hatte, wollte ich das Buch zunächst nicht lesen. Schon da war das Vokabular für mich so verletzend, dass ich mir den Rest ersparen wollte. Letztlich trieb mich die Neugier auf die angekündigten Interviews mit Samenspendern und auf die Untersuchung der Lage lesbischer Wunschmütter an.

Ich erlaube mir jetzt, Ihnen meine Sicht auf Ihre Studien zu schreiben. Das tue ich in der Hoffnung, keine so beleidigte Reaktion wie von Frau K. zu erhalten, sondern von Ihnen als konstruktive Hinweisgeberin anerkannt zu werden.


1. Vorab sachliche Richtigstellungen:
Zwei sachliche Fehler gibt es in Ihren Studien. Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass die Ärzte nach dem Transplantationsgesetz dazu gezwungen wären, die Spenderdaten, die nun 30 Jahre lang aufbewahrt werden müssen, ab dem 18. Geburtstag auf Verlangen dem Kind auszuhändigen. Das jedoch ist meines Wissens nicht so. Die Daten müssen zwar aufgehoben, jedoch nicht zwingend herausgegeben werden. Das ist wohl auch etwas, worauf einige Samenbanken und Ärzte hoffen. Denn wie lässt sich sonst erklären, dass Ärzte nicht dazu bereit sind, die Daten notariell hinterlegen zu lassen? Es gibt da ganz verschiedene Reaktionen. Während eine Samenbank routinemäßig für jedes Kind die Daten notariell hinterlegen lässt (Erlangen) und zwei weitere auf Wunsch der Eltern der notariellen Hinterlegung zustimmen (Berlin, Düsseldorf), sind andere nicht dazu bereit. - Ihrer ethnologischen Betrachtung, die ja auch die Veränderung der Praxis mit einbeziehen will, hätte es sicher gut getan, auch zu dokumentieren, wie das mit der Datenaufbewahrung zuvor funktionierte. Ich weiß z.B., dass es zuvor mindestens einen Arzt gab, der die Daten nur 2 Jahre aufgehoben hat. Und einige Eltern, deren Kinder vor 2007/2008 gezeugt wurden, fürchten heute darum, dass die Spenderdaten für ihre Kinder bald vernichtet werden, weil die 10 Jahre abgelaufen sind. In einem konkreten Fall, der mir bekannt ist, ist der betreffende Arzt auch zu keinerlei Kooperation bereit, die die Daten noch retten könnte.

Der zweite sachliche Fehler in Ihrem Buch ist, dass donogene Befruchtungen bei heterosexuellen Paaren genauso überhaupt nicht von den Krankenkassen bezahlt werden würden, wie bei homosexuellen Paaren. Das ist so nicht richtig.

Davon abgesehen interessiert mich, welche Samenbank Informationsveranstaltungen veranstaltet, die “wie eine Verkaufsveranstaltung, wie eine Butterfahrt” sind. Zu der MTA einer Samenbank, die geäußert haben soll, sie selbst würde niemals anonymen Samen zur Fortpflanzung nutzen und dies auch ihren Kindern nicht empfehlen (Aussagen S. 173), hätte ich gern dies gewusst: Bezog sich die Aussage nur auf das Wort “anonym” oder generell auf Samenspenden? War das einfach nur ihre private Meinung oder gibt es etwas am Verfahren selbst, was nur sie als MTA und einige wenige andere Mitarbeiter durchschauen können, was ihre Ablehnung begründet? Hat die Assistentin das von sich aus geäußert oder auf Ihre Nachfrage? Was haben die anderen interviewten Assistentinnen geäußert? Warum ist überhaupt eine einzelne private Meinung einer MTA für Ihre Untersuchungen von so großer Bedeutung, dass sie in Ihrem Artikel erwähnt werden musste? – Ich selbst habe z.B. als Schülerin mal Käse abgepackt und ich würde nie Käse essen, weil ich nämlich keinen Käse mag. Wäre das interessant für eine ethnologische Betrachtung über Käse?


2. Ohje, Ihr Sprache!
Welche Vokabeln stören mich in der Einleitung und dem weiteren Artikel von Michi Knecht?

- “Kommodifizierung”
- “Kommodifizierung des Körpers”
- “Multivalente Kapitalwerdung biologischer Materie”
- “Bewirtschaftungs”-Praktiken”
- “vitale Ökonomie”
- “veräußerliche Produkte”
- “Ware”
- “das rein Kommerzielle”
- “Kommerzialisierung von Fortpflanzung”
- “kommerzieller Charakter von Samenbanken”
- “Käufer_innen, Verkauf”
- “künstliche Produktion von Menschen”
- “gekaufte Samenspende”
- “reproduktive Substanzen ge- und verkauft”
- “Teil von Waren- und Konsumwelten”
- “ökonomische Logiken”
- “Ökonomisierungsprozesse”
- “Die Bereitschaft der Akteure, Samen oder andere Körpersubstanzen als Ware zu denken und entsprechend zu handeln”
- die “sich intensivierende wirtschaftliche Nutzung von Körpern und Zellen”

Alle diese Bezeichnungen, die darauf abzielen, dass die Samenspenden gegen Bezahlung weiter gereicht werden, sind zwar per se nicht falsch, verursachen jedoch bei mir als Mutter von zwei Kindern auf diesem Weg, die keineswegs sich einfach mal so gedacht hat, „kaufe ich mir also mal ein Kind, weil mir gerade nichts Besseres einfällt“, sondern die nach einem langen und komplizierten Prozess zusammen mit ihrem Mann eine bewusste Entscheidung für Kinder trotz Unfruchtbarkeit des Mannes getroffen hat und die ihre Kinder gemeinsam mit ihrem Mann mit Verantwortung, Fürsorglichkeit und Liebe aufzieht, ein großes Gefühl der Verletztheit. Ich sehe mich in einem Kreis, um den viele Papageien herumflattern und mir zuschreien: “Warrrre - Verrrkauf - Prrrrrodukt - Kommerrrrrrz - Käuferrrrin - Kommodifizierrrrrrung - Bewirrrrrrtschaftung!” Verstärkt wird dieses Gefühl durch die immer wiederkehrende Benutzung dieser Vokabeln in der Einleitung über mehr als 20 Seiten, sowie auch noch in weiteren Kapiteln immer wieder.

Die Aussage der Arbeit wäre nicht eingeschränkt, wenn die Autorin mit diesem Vokabular deutlich zurückhaltender umgegangen wäre, sowie die Gründe für diese Entwicklung und Alternativen aufgezeigt hätte.

Um den Verkauf von Dienstleistungen geht es doch fast überall im Gesundheits- und Sozialwesen (das auch fast überall von ökonomischen Logiken durchtränkt ist). Wenn nicht gerade jemand ehrenamtlich tätig ist, dann möchte er / sie auch für die Arbeit bezahlt werden. Und selbst dann, wenn ein Arzt hier ohne Bezahlung arbeiten würde, könnte man doch nicht von ihm verlangen, dass er seine Praxis, seine Arbeitsgeräte und Verbrauchsmaterialien ebenfalls kostenlos zur Verfügung stellt / verschenkt. Würde eine ethnologische Studie über die Betreuung von Menschen mit Behinderungen auch in dieser Fülle die o.g. Vokabeln benutzen? Auch die Betreuung dieser Menschen passiert fast immer kommerziell und ist mindestens ebenso eine Kunst. Ich habe noch nie von der künstlichen Betreuung von Demenzkranken gelesen. ... Wie schreiben Sie Enthnolog(inn)en über Medikamente? Geht es da um die “multivalente Kapitalwerdung von Urin und Blut”? Um die Kommodifizierung von Urin, Blut und anderen Körperstoffen? ... usw.?

Was wären Alternativen? Die Gesellschaft, also die Krankenkassen, könnten die donogene assistierte Befruchtung ebenso wie die homologe Befruchtung bezahlen. Das würde dem Ganzen den Warencharakter nehmen. Für die erbrachte Leistung könnten angemessene Preise festgelegt werden, wie sonst auch in der Medizin. Sollte es gewünscht werden, dass Samenspenden mehr auf dem privaten Weg erfolgen, so könnte man dies durch eine rechtliche Regelung der Samenspende, sowie durch eine Anerkennung und weitere Normalisierung dieser Form der Familiengründung erreichen. In einem Umfeld, in dem man einen privaten Spender in rechtliche Schwierigkeiten verwickelt und in dem die Wunscheltern als egoistische Eltern beschimpft werden, die ihren Kindern schaden, ist es in der Tat einfacher, einen anonymen Spender zu nehmen und weitgehende Geheimhaltung zu praktizieren. Davon abgesehen müsste es im Zeitalter von HIV und Co. überhaupt erst mal möglich werden, sich mit einem privaten Spender von einem Arzt unterstützen zu lassen. Ebenso sollte es erlaubt werden, dass Ärzte solche Spender, die sie nicht in ihre Samenbank aufnehmen können, weil die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien nicht für die Kryokonservierung reicht, jedoch für eine frische Befruchtung ausreichend ist, an Frauen, die sich einen privaten Spender und eine Befruchtung ohne ärztliche Hilfe wünschen, weiterempfehlen. - Ob man bei einer Kultur der Samenspende ohne Aufwandsentschädigung in der derzeitigen Höhe noch genug Spender bekäme, das käme wohl auf den Versuch an. Die Befürchtung, dass bei einer nur noch halbanonymen Spende die Spender ausbleiben werden, hat sich ja auch nicht bewahrheitet. Mit einer erhöhten Rechtssicherheit könnte man auch wieder bei den Spendern punkten.


- “Spendersamen hergestellt”
- “High-Tech-Samen”
- “medizintechnisch veränderte Biomaterialien”
- “Dialektik der Medikalisierung und De-Medikalisierung von Samenspenden”
- “künstliche Befruchtung”
- “wird der Frühembryo durch In-vitro-Technologien hergestellt”
- “Designer-Babys”
- “Die Bezeichnung assistierende Reproduktionstechnologie ... keineswegs unproblematisch”

Der Begriff “hergestellt” ist hier deplatziert. Wenn ich Kirschen einwecke (haltbar mache), dann stelle ich auch keine Kirschen her. Auch bei Gurken, die ich in Essig einlege, stelle ich keine Gurken her. Es werden zwar Technologien angewendet, um den Samen haltbar zu machen und die Samenflüssigkeit zu entfernen, aber das, worauf es ankommt, nämlich der Samen selbst, wird nicht verändert. Also ist es sachlich falsch, von “High-Tech-Samen”, von “medizintechnisch veränderten Biomaterialien” oder einer “Medikalisierung” zu sprechen. Ihre Wortwahl löst Assoziationen aus, man würde tatsächlich den Samen aus anderen Biomaterialien künstlich erzeugen.

Auch der Frühembryo wird weder durch “künstliche Befruchtung” erzeugt noch “hergestellt“. Mit Befruchtung bezeichnet man den Prozess der Kernverschmelzung. Dieser Prozess jedoch läuft vollständig ohne künstlichen Eingriff ab. Es passiert (in Folge der medizinischen Assistenz) eine natürliche Befruchtung (mit nachfolgender natürlicher Entwicklung). Von einer Herstellung des Embryos zu sprechen, ist - sorry - geradezu albern. Genauso wie der Begriff “Designer-Babys”. Einen Kommentar dazu kann ich mir wohl ersparen. Auch hier erinnert Ihre Wortwahl eher an Frankensteinsche Praktiken als an die Realität. Warum ist “Die Bezeichnung assistierende Reproduktionstechnologie ... keineswegs unproblematisch”? Ihre Begründung ist nicht einleuchtend. Vielmehr trifft die Bezeichnung “assistierte Befruchtung” oder auch “assistierte Reproduktion” genau das, was es ist. Laut Ihren im Buch dokumentierten Recherchen gab es den Begriff “künstliche Befruchtung” bereits 1910 und wurde damals bereits für wesentlich einfachere medizinische Hilfen zur Schwangerschaft benutzt. Bestimmt ist es interessant, herauszufinden, wie es dazu kam, dass man diesen Begriff verwendete und was man damals überhaupt genau damit meinte. Und wie kam es, dass man diesen Begriff weiter verwendete, bis in das Jahr 2012 und auf völlig andere Verfahren einfach übertrug? Eine Aufgabe für Ihre weiteren Forschungen?


-“technologisch assistiertes Kinder-Machen”
- “Verwandtschaft-Machen”

Im ersten Begriff erkennen Sie freundlicher Weise den Begriff “Assistenz” an. Mag sein, dass beide Begriffe irgendwie zutreffen. Trotzdem klingen sie herabwürdigend. Ich habe auch noch nie über die Tätigkeit eines Standesbeamten, der Vermählungen vornimmt, gelesen, dass er Verwandtschaften macht.


- “Diffuse, unkoordinierte, scheinbar belanglose Routinen und Ungereimtheiten des Alltags von Samenbanken”

Sind Samenbanken diffus? Sind sie unkoordiniert? Sie haben doch so akribisch aufgeschrieben, wie genau dort alles koordiniert ist. Gibt es Ungereimtheiten in der Verantwortung der Samenbank? Ungereimtheiten sind doch eher auf das Desinteresse des Gesetzgebers zurück zu führen. Gut, Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Verweigerung der Herausgabe von Spenderdaten bei einzelnen Samenbanken. Das lässt sich aber auch nicht verallgemeinern. Hier wäre es besser gewesen, solche Ungereimtheiten direkt zu benennen, als so ein “diffuses” Wort wie „Ungereimtheiten“ zu benutzen.


- “Ideologie der freien Wahl”

Auch hier vergleichen Sie die Samenbank mit einem Warenlager, in das das Wunschelternpaar hineinkommt und die freie Wahl hat bzw. auch die freie Wahl haben will (Ideologie). Das ist aber zumindest in Deutschland nicht so, da es nur eine Wahl zwischen den anonymisierten Spendern gibt, die zu dem betreffenden Paar passen. - Wäre es Ihrer Ansicht nach besser, ein Lose-System einzuführen, um freie Wahl zu unterbinden? Jedes Wunschelternpaar lost sich einen Spender? Welchen Nutzen hätte das? Wenn wir uns – ganz frei - einen Lebenspartner suchen, sprechen Sie dann auch von einer “Ideologie der freien Wahl”? Waren die Zeiten besser, als Menschen einen Partner heiraten mussten, den sie vorgesetzt bekamen?

Was macht Sie so sicher, dass die betreffenden Paare grundsätzlich die freie Wahl haben wollen? Wie sind Ihre Vorstellungen über die Motive der Paare, zumindest eine gewisse Wahl haben zu können? Warum halten Sie diese Motive für unberechtigt, so dass Sie von Ideologie sprechen müssen?


- “Samenspende von guter ... Wertigkeit”

Ich habe noch nie im Jargon der Beteiligten das Wort “Samenspende” in Verbindung mit dem Wort “Wertigkeit” gelesen. Es wird nur von der “Qualität” einer Samenspende gesprochen, womit gemeint ist, welche Erfolgsaussichten sie verspricht. Damit wird keineswegs ein Werturteil abgegeben über den Mann, von dem sie kommt. Es geht auch den Mitarbeitern der Samenbanken bei der Auswahl ihrer Spender nicht darum, Werturteile über Menschen zu fällen.


- “weibliche Akteure und die meist invasiven, auf Frauenkörper zielenden Reproduktionstechnologien”
- “komplexe und zum Teil gefährliche Behandlungsabläufe”

Hier der Jargon aus der Feministinnen Ecke. Das erste Zitat klingt gerade so, als würden Frauen dazu gezwungen werden, sich Reproduktionstechnologien zu unterwerfen. Dabei sind es doch die Frauen selbst, die darum bitten, diese Technologien nutzen zu dürfen. Solche Frauen, die das nicht möchten, müssen es doch auch nicht. Und ja, es gibt viele Männer, die leiden darunter, dass ihre Frau statt ihrer diese Prozedur mitmachen muss (wenn sie zusammen Kinder bekommen wollen), insbesondere dann, wenn die Ursache beim Mann liegt. - Warum kann nicht einfach anerkannt werden, dass Frauen eine Entscheidung für diese Verfahren treffen?

“Zum Teil gefährliche Behandlungsabläufe” ist auch wieder diffus, sehr unkonkret, lässt die Phantasie des Lesers leben. Ich nehme an, Sie meinen das Überstimulationssyndrom. Wie selten dieses auftritt, können Sie im D.I.R. nachlesen. Es ist zwar ab einem bestimmten Grad mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden, kann jedoch gut behandelt werden, so dass keine Folgeschäden zu erwarten sind. Ein Todesfall durch das Überstimulationssyndrom in Deutschland ist mir nicht bekannt. Ich nehme wahr, dass mit dieser Gefahr in den reproduktionsmedizinischen Praxen Deutschlands nicht unverantwortlich umgegangen wird. - Auch die Vermutungen, dass hohe hormonelle Stimulierungen Krebs auslösen könnten, wurden bis heute nicht bewiesen. Mit dem Wort “gefährlich” wäre ich also vorsichtig.

Siehe auch Ihre Studie: “Zwischen Risikovermeidung, Normalisierung und Markt”. Hier ist zu lesen, Frauen würde der Wunsch nach einem eigenen Kind unterstellt werden, die Praktik der DI würde als Werkzeug konstruiert, um der “Natur der Frau” gerecht zu werden. Sie degradieren damit die Frau zu einem mundlosen Subjekt, das mit sich machen lässt, was die Männerwelt von ihr verlangt. Im Zeitalter der Emanzipation der Frau sind solche Situationen jedoch wohl kaum noch gegeben. Ich habe in den Wunschkinderforen in den letzten 10 - 11 Jahren hunderte von Geschichten gelesen. Ich kann mich an keinen einzigen Bericht einer Frau erinnern, der ein Kinderwunsch fälschlicher Weise unterstellt wurde und die Rat geholt hat, wie sie damit umgehen kann.


- “Die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik förderte deshalb auch gezielt Forschungen über Unfruchtbarkeit und ungewollte Kinderlosigkeit.”
- “Pro- und Anti-Natalismus, positive und negative Eugenik”
- “Seit dem zweiten Weltkrieg kam es immer wieder zu Debatten über den ethischen Status künstlicher Befruchtung mit Spendersamen, die reflexiv durch den Widerhall einer deutschen Spezifik im Umgang mit Fremdsamenspenden, durch Kontinuitätsbefürchtungen wie -spuren geprägt waren.”

Bei allem Verständnis dafür, dass Sie historische Zusammenhänge beleuchten wollten, die Nationalsozialismus- und Eugenik-Keule kommt bei mir nicht witzig rüber. Im Nationalsozialismus wurde auch gegessen, auf´s Klo gegangen und Luft geatmet, ohne dass man bei einer Studie über das Atmen ganz besonders den Nationalsozialismus beleuchten muss. Das, was damals zur ungewollten Kinderlosigkeit geforscht wurde, wäre früher oder später auch ohne den Nationalsozialismus erforscht worden. Insbesondere wäre man ganz gewiss auch ohne diese Zeit auf die Idee gekommen, Spermiogramme zu erstellen. Und wenn man Reproduktionstechnologien damals für eugenische Zwecke genutzt hat, dann ist das furchtbar, darf jedoch nicht die Technologie selbst in den Dreck ziehen. Man hat damals auch Papier und Tinte benutzt, ohne dass heute jemand bei Forschungen zum Thema Papier oder Tinte über ihre schwierige Rolle im Nationalsozialismus schreiben würde.

Schließlich gab es Forschungen zur Unfruchtbarkeit auch außerhalb des Nationalsozialismus. Insbesondere über die Entwicklungen in der Zeit danach lese ich in dem betreffenden Aufsatz im Verhältnis ziemlich wenig. Auch lese ich überhaupt nichts über einen anderen, mindestens ebenso wichtigen Grund, warum weiterhin der ethische Status assistierter Befruchtung mit Spendersamen angezweifelt wurde, nämlich wegen der Kirchen.


In der „Stellungnahme der evangelisch-methodistischen Kirche zu Fragen der künstlichen Befruchtung und der Gentechnologie“ von 1987, die nach wie vor als Argumentation gegen heterologe Befruchtungen benutzt wird, heißt es:
3.2. Heterologe Insemination und In-vitro- Fertilisation
„Die Befruchtung der weiblichen Keimzelle mit dem Samen eines anderen als des Ehemannes, sei es durch die Einbringung des fremden Spendersamens in die Gebärmutter (heterologe Insemination), sei es durch eine Reagenzglasbefruchtung (heterologe In-vitro-Fertilisation) ist deshalb ethisch abzulehnen, - weil die Ehe durch das Dazwischentreten eines Dritten schwer belastet werden kann, - weil der genetische Vater sich in der Regel der Verantwortung für das nicht mit seinem Samen gezeugte Kind entzieht, - weil das Kind in seiner Identitätsfindung durch die Anonymisierung des genetischen Vaters (=Samenspenders) behindert wird, - weil Gesichtspunkte positiver Eugenik (=gewünschte Eigenschaften des Kindes bestimmend) bei der Auswahl des Spenders eine Rolle spielen können und – weil bei Mehrfachspendern die Gefahr von Verwandtenehen und der damit verbundenen möglichen Schäden nicht auszuschließen ist. In höherem Maße gilt das hier Gesagte für den Einsatz von „Samenbanken“ und „Eizellenreservoirs“ sowie für jede Art von Fremdschwangerschaften („Leihmutter“- oder „Ersatzmutter“-Verfahren). Außer der völligen Trennung von Zeugung und ehelicher Gemeinschaft führt die Anwendung dieser Verfahren insofern zur Entwürdigung von Menschen, als Frauen und Kinder durch sie als bloße Mittel für die Erfüllung von Wünschen missbraucht und die durch Schwangerschaft und Geburt entstehenden menschlichen Beziehungen missachtet werden. Die mögliche Verflechtung von Kinderwunsch, Ehrgeiz und Gewinnstreben droht zudem, das Kinderzeugen zum Geschäft und Kinder zur Ware werden zu lassen. Solchen Entwicklungen muss durch geeignete Gesetze und Kontrollen ein Riegel vorgeschoben werden.“

Die Einstellung der katholischen Kirche sowohl zur heterologen Befruchtung als auch zu jeglicher Art assistierter Befruchtung kommt in folgenden Worten von Johannes Paul dem II. klar zum Ausdruck:
„Forschungsarbeiten zur Behebung der Unfruchtbarkeit sind zu ermutigen, vorausgesetzt, dass sie im Dienst der menschlichen Person stehen, ihrer unveräußerlichen Rechte sowie ihres wahren und ganzheitlichen Wohls gemäß dem Plan und dem Willen Gottes. Techniken, die durch das Einschalten einer dritten Person (Ei- oder Samenspende, Leihmutterschaft) die Gemeinsamkeit der Elternschaft auflösen, sind äußerst verwerflich. Diese Techniken (heterologe künstliche Insemination und Befruchtung) verletzen das Recht des Kindes, von einem Vater und einer Mutter abzustammen, die es kennt und die miteinander ehelich verbunden sind. Sie verletzen ebenso das Recht beider Eheleute, dass der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird.
Werden diese Techniken innerhalb des Ehepaares angewendet (homologe künstliche Insemination und Befruchtung), sind sie vielleicht weniger verwerflich, bleiben aber dennoch moralisch unannehmbar. Sie trennen den Geschlechtsakt vom Zeugungsakt. Der Akt, der die Existenz des Kindes begründet, ist dann kein Akt mehr, bei dem sich zwei Personen einander hingeben. Somit vertraut man das Leben und die Identität des Embryos der Macht der Mediziner und Biologen an und errichtet eine Herrschaft der Technik über Ursprung und Bestimmung der menschlichen Person. Eine derartige Beziehung von Beherrschung widerspricht in sich selbst der Würde und der Gleichheit, die Eltern und Kindern gemeinsam sein muss. Die Fortpflanzung ist aus moralischer Sicht ihrer eigenen Vollkommenheit beraubt, wenn sie nicht als Frucht des ehelichen Aktes, also des spezifischen Geschehens der Vereinigung der Eheleute, angestrebt wird ... Nur die Achtung vor dem Band, das zwischen den Sinngehalten des ehelichen Aktes besteht, und die Achtung vor der Einheit des menschlichen Wesens gestatten eine der Würde der Person entsprechende Fortpflanzung. Das Kind ist nicht etwas Geschuldetes, sondern ein Geschenk. Das vorzüglichste Geschenk der Ehe ist also eine menschliche Person. Das Kind darf nicht als Eigentum angesehen werden, so als könnte man ein Recht auf das Kind beanspruchen. In diesem Bereich besitzt einzig das Kind eigentliche Rechte: das Recht, die Frucht des spezifischen Aktes der ehelichen Hingabe seiner Eltern zu sein und das Recht, vom ersten Augenblick seiner Empfängnis an als Person geachtet zu werden.“

Ken Daniels beschreibt in seinem Buch „Building a family with the assistance of donor insemination“ Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Kirche stehen und einen entscheidenden Einfluss auf das damalige und auch noch auf das heutige soziale Klima haben, in dem es Paare, die eine heterologe Insemination durchführen lassen, immer noch für besser halten, darüber zu schweigen und in dem auch Ärzte es vorziehen, ihre Hilfe nicht öffentlich auszubreiten.
„1948 erklärte eine vom Erzbischof von Canterbury geleitete Kommission die DI zu einer Form des Ehebruchs. Die Kommission kritisierte, dass die DI die Masturbation fördere, und forderte, die DI strafrechtlich zu verfolgen. In Frankreich verurteilte 1949 die Französische Akademie für Moral und Politikwissenschaft die DI offiziell. Diese Position wurde auch von der Versammlung der Vereinigung französischsprachiger Gynäkologen und Geburtshelfer eingenommen. Die französische Soziologin Simone Bateman Novaes sagte: "die historischen Ursprünge assistierter Zeugung sind eindeutig belastet von Zweifeln über den moralischen Wert der mit ihr verbundenen Handlungen und von Zweifeln über ihre Legitimität als medizinische Behandlung."


Gründe für die kirchliche Ablehnung der donogenen Insemination sind u.a. das Onanieverbot, die Vorstellung, man würde damit Ehebruch begehen, die Diskriminierung von Frauen, sowie die Erfahrung, dass sich zufriedene Menschen eher von der Kirche lösen als unzufriedene Menschen.

Warum haben Sie die Gründe, die im Christentum und bei den Kirchen liegen, so völlig ausgeblendet?



2. Beitrag von Kristina Schneider: “Das öffentliche Bild des Samenspenders in Fernsehen und im Film.”

Dazu möchte ich nur anmerken, dass dieser Beitrag gewiss noch ausbaufähig gewesen wäre. Im Großen und Ganzen wurde das öffentliche Bild an einem einzigen Film, der dazu noch nicht mal ein deutscher Film ist, gezeigt. Mir fehlte auch ein Abgleich des hier aufgezeigten öffentlichen Bildes mit der Realität. Wie real ist die Darstellung im Film und in weiteren Medien? Man hätte sich auch nicht auf Fernsehen und Film beschränken müssen, sondern auch Printmedien mit einbeziehen können. Für Deutschland hätte es mit Sicherheit noch ein paar mehr Medienbeiträge gegeben, die man hätte beleuchten können.
Ich selbst als Laien-Beobachterin von Medienberichten zu diesem Thema in den letzten 10 Jahren kann durchaus sagen, dass schon in diesem kurzen Zeitraum ein Wandel in der Berichterstattung spürbar ist. Dokumentarfilme und -berichte sind häufiger bemüht, weniger verunglimpfende Vokabeln zu benutzen und realitätsnah zu berichten, wobei ich durchaus noch einen Verbesserungsbedarf sehe. Seifenopern schaue ich mir nicht an, so dass ich darüber nicht urteilen kann. Ich vermute hier jedoch eher unterbelichtete Reflektierungen. Vor einiger Zeit wurde auch über einen mit dem Thema nicht betrauten Autor eines Buches berichtet, das ein DI-Kind als Hauptfigur hat. Von so einem Autor ist wohl eher ein verfälschtes Bild mit vielen Phantasie-Elementen zu erwarten.

Eine realitätsnahe Berichterstattung, gern auch realitätsnahe Filmepisoden (Phantasiegeschichten) wären selbstverständlich zu begrüßen. Wünschen würde ich mir auch, dass Medien davon weg kommen, nur die Geschichten der betreffenden Menschen zu erzählen und dass sie mehr Systemkritik betreiben. Ich habe mehrfach mit Journalisten, die für ihre beabsichtigte Publikation recherchiert haben, telefoniert oder gemailt und darum gebeten, darauf hinzuweisen, was z.B. gesetzlich noch geändert werden müsste und wie Politiker argumentieren. Selbst bei den beiden Reportagen, bei denen mein Mann und ich selbst mitgemacht haben, ist uns das nicht gelungen, die Kritik gesellschaftlicher Missstände unterzubringen. Auch solche Qualitätseinbußen bei Medienberichten sollten Ihre ethnologischen Untersuchungen mit beinhalten.


3. Beitrag mehrerer Autoren: “Gespräche mit Spendern”

Danke für diesen Beitrag. Über Standpunkte und Betrachtungsweisen von Spendern lese ich gern. Ich habe schon einige Standpunkte gelesen oder gehört. Diese hier sind jedoch besonders umfassend und tiefgründig.

Neu für mich ist, dass Prof. Katzorke in den 80-er Jahren Mischsperma eingesetzt hat. Das werde ich jetzt mit den DI-Kindern von www.spenderkinder.de kommunizieren. Das könnte auch für den Fall der jungen Frau, die die Herausgabe ihrer Spenderdaten gerade vor Gericht durchsetzen will, interessant sein.


4. Hartung, Mohr und Paulick: “Wenn Liebe Früchte trägt”

Über den Inhalt und Wortlaut dieser Studie möchte ich mich gern lobend äußern. Finden sich doch in diesem Abschnitt nicht nur keinerlei diskriminierende Begriffe, sondern es wird auch in besonderer Weise auf die Probleme von lesbischen Wunschmüttern hingewiesen. Es gibt eine ganze Reihe einfühlsamer und die Wirklichkeit echt reflektierender Äußerungen. Wie man im Anhang erfährt, war Ihre Forschung mit einer hohen Identifikation mit den Protagonistinnen verbunden. Das erklärt die hohe Qualität dieser Arbeit. Besonders erfreut bin ich auch über die Äußerung im Anhang: “Die Identifikation mit einem Feld und dessen Protagonist(inn)en kann durchaus positiven Einfluss auf die Forschung haben.” Vermutlich ist diese Äußerung eben darauf zurück zu führen, dass die Forscher(inn)en sich identifizieren. Da ich es selbst immer wieder erlebe, dass Politik und Forschung Menschen, die sich mit einem Feld identifizieren, eher disqualifizieren und da ich diese Art der Anmaßung, als nicht Betroffene und nicht Identifizierende besser Bescheid wissen zu wollen, für falsch halte, freue ich mich über die Äußerung der Autor(inn)en im Anhang ganz besonders. Auch erfreulich diese Aussage: “Denn Wahrheit ist in einem Wissenschaftsraum, der dominant männlich und heterosexuell ist, generell zu hinterfragen.” Vielleicht darf ich darauf hinweisen, dass dieser Wissenschaftsraum zudem dominant von eigener Fortpflanzungsfähigkeit oder fehlenden Kinderwunsch geprägt ist? Schade also, dass sich die Autor(inn)en einiger anderer Studien in diesem Buch so wenig identifizieren können.

Auch ich identifiziere mich mit lesbisch-schwulen Wunscheltern. Sie begegnen mir in den Kinderwunschforen und ich betreibe mit ihnen Informationsaustausch. In gewisser Weise beneide ich sie, weil sie ein Outing geschafft haben, das uns heterosexuellen Wunscheltern noch fehlt. Und weil sie für dieses Outing zumindest in begrenztem Umfang auch (und auch bei Ihnen) Anerkennung erfahren. In gewisser Weise sind sie uns gegenüber im Vorteil, in gewisser Weise aber auch wieder nicht. Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, einen kurzen Vortrag bei der Bundeskanzlerin im Rahmen des „Dialog über Deutschland“ zuhalten. Ich bedauere, dann doch das Thema homosexuelle Elternschaft ausgeklammert zu haben, weil meine „Beraterinnen“ mehrheitlich der Auffassung waren, das könnte dem Anliegen heterosexueller Wunscheltern eher schaden, wenn wir bei der sich als christlich identifizierenden Bundeskanzlerin so weit gehen.

Ich werde im Folgenden auf einige Aspekte Ihrer Arbeit eingehen und aufzeigen, dass sich in diesen Aussagen auch ein deutlicher Bezug auf heterosexuelle DI-Familien herstellen lässt.

Die Autorinnen äußern sich am Anfang ihres Artikels perplex, dass lesbisch-schwule Elternschaft immer noch und immer wieder gerechtfertigt werden muss. Ich wiederum, die ich es gewohnt bin, mich in Internetdiskussionen mit Nichtbetroffenen zum Thema Familiengründung mit Spendersamen permanent rechtfertigen zu müssen, bin erstaunt, dass Sie das perplex macht. Einerseits positiv erstaunt, dass die Autor(inn)en offenbar nicht der Auffassung sind, dass man das rechtfertigen müsste, andererseits zeigt das, dass die Autor(inn)en zumindest am Beginn ihrer Studie keine Ahnung davon hatten, wie man sich heute noch rechtfertigen muss. Für Ihre weitere Forschung auch zur Familiengründung mit Spendersamen bei heterosexueller Elternschaft kann ich Ihnen nur nahe legen, die Online-Diskussionen zu Zeitungsartikeln und Fernsehbeiträgen zu dem Thema, aber auch andere Online-Diskussionen dazu z.B. bei 1000fragen.de, bei Online-Petitionen oder beim Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin zu lesen.

Interessant ist auch Ihr Hinweis darauf, dass sich lesbisch-schwule Eltern einem Diktat der Normalisierung unterwerfen und die Frage nach dem Warum. Auch diese Frage können Sie sich bei heterosexuellen DI-Eltern (DI = Donogene Insemination / DI-Eltern = Eltern nach Donogener Befruchtung) stellen. In welcher Weise unterwerfen wir uns einem Diktat der Normalisierung und warum? Wir leben ja auch in einer Gesellschaft, die mehrheitlich von der Vorstellung traditioneller Familienbildung geprägt ist. Und da gehört unsere Art der Familiengründung, aber auch ein offener Umgang mit Unfruchtbarkeit nicht dazu. Das Diktat führt dann also zur Verheimlichung (was im Gegensatz zur lesbisch-schwulen Elternschaft bei heterosexuellen Eltern möglich ist), vielleicht zur eigenen Verdrängung, zu Schuldgefühlen bis hin zum Verschweigen der Geschichte gegenüber dem eigenen Kind (weil man - auch aufgrund fehlender Aufklärung und aufgrund gesellschaftlicher Ablehnung - meint, dem Kind mit Aufklärung zu schaden).

Wunderbar Ihr Ausdruck: “Wächter_innen der Familie”. Ja, diese Wächter_innen wachen nicht nur über homosexuelle Menschen, sondern über jegliche von den Normvorstellungen abweichende Art der Familienbildung.

Während lesbische und schwule Menschen ganz offensichtlich noch auf das Wohlwollen einer homophoben Mehrheit angewiesen sind, sind heterosexuelle Wunscheltern nicht ganz so offensichtlich ebenso auf das Wohlwollen einer christlich geprägten entweder fortpflanzungsfähigen oder fortpflanzungsunwilligen Mehrheit angewiesen.

Zitat aus Ihrer Arbeit: “Lange Zeit war dieses Verwandtschaftsbild geprägt von der Annahme, dass verwandtschaftliche Beziehungen eine “natürliche Konsequenz heterosexueller Reproduktion” seien, und dass “diese wiederum als Vorbedingung für wirkliche Verwandtschaft” erachtet wurde. Die Lebensrealitäten von Individuen, deren Familienvorstellungen nicht dieser Wunschlandschaft entsprachen, wurden ignoriert, rechtlich sanktioniert oder verfolgt und gesellschaftlich ausgeschlossen.” ... “hat diese Vorstellung von Reproduktion “dazu geführt, [Heterosexualität] als rechtlich abgesicherte, psychoanalytisch sekundierte und gentechnisch naturalisierte Legitimation für einen Lebensstil” vorauszusetzen, deren Modell sich andere Lebensentwürfe unterordnen sollen.” - Dieses wunderbare Zitat trifft ebenso auf heterosexuelle DI-Eltern zu! Man schreibe hier in die eckigen Klammern [eine Familie mit Vater, Mutter und genetisch eigenen Kindern].

Gefreut habe ich mich auch über Ihre Frage: “wie Wissenschaft dazu beitragen kann, Stereotypisierungs- und damit einhergehende Marginalisierungsdynamiken entgegenzuwirken? Wie kann jenseits einer Argumentationslogik von normal und anormal agiert werden?” - Wenn Sie sich das wirklich fragen, kann die Ethnologie für ungewollt Kinderlose zu einem Befreiungsschlag beitragen. Und ich wünschte mir, Ihre Fragen erstreckten sich nicht “nur” auf homosexuelle Familiengründungen.

Weiteres Zitat: “Mit der Option für genetische Verwandtschaft ... baut sich Andrea einen Schutz gegenüber staatlich-gesellschaftlichen Eingriffen in ihr Familienleben auf. ... So wird ihr Lebensentwurf teilweise normalisiert, gesellschaftlichen Erwartungen angepasst und damit nach außen leichter vermittelbar.” - Hinsichtlich der Entscheidung für DI oder auch IVF/ ICSI statt Adoption trifft das zumindest teilweise auf heterosexuelle Wunscheltern zu. Bei DI-Eltern kommt die Verheimlichung als “Normalisierung” und “Anpassung”, sowie “leichter vermittelbar” hinzu.

“Nicht ausreichende finanzielle Mittel” - Das trifft für heterosexuelle Wunsch-DI-Eltern hinsichtlich des Zugangs zu Samenbanken und ärztlichen Dienstleistungen in gleicher Weise zu. Allerdings haben es lesbische Wunschmütter gesetzlich bedingt hier noch deutlich schwerer.

Diese Aussage Ihrer Autor(inn)en ist gerade hinsichtlich der Aussagen in den anderen Abschnitten des Buches, die den technischen, mechanischen Vorgang wiederholt hervorheben und abwerten besonders hervorzuheben: “So wird z.B. die Insemination mit einer Samenspende als mechanischer Vorgang abgewertet und erneut der natürlichen Ordnung gegenübergestellt.” (vgl. dazu meine Kritik an zahlreichen Wortwahlen in anderen Abschnitten)

“Die immer noch nicht eindeutig geklärte rechtliche Situation” trifft, wenn auch mit anderen Prämissen und in nicht ganz so starker Weise wie bei homosexuellen Familien auch auf heterosexuelle DI-Familien zu. Kompliziert genug ist diese Situation auch bei heterosexuellen DI-Familien allemal.


Sehr geehrte Enthnolog(inn)en, ich habe mir viel Zeit genommen, um Ihnen all das aufzuschreiben und habe die große Hoffnung, Sie damit zu einer kritischen Reflektion Ihrer Arbeiten zum Thema Reproduktionsmedizin, insbesondere auch Samenspende an heterosexuelle Wunscheltern, anzuregen. Meiner Meinung sollten auch Sie als Forscher(innen) sich vor allem die Frage beantworten, warum sich wohl die Eigentlich-Betroffenen der DI - wie ich als DI-Mutter – warum wir uns in Ihrer Sprache und Ihrer Analyse kaum wiedererkennen. Sprechen wir von derselben Samenspende?!

Für weitere Diskussion und für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
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Daher bitte ich die betreffenden Antrag stellenden User um etwas Geduld.

Liebe Grüße, Rebella
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BeitragVerfasst am: 21 Aug 2012 22:35 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Rebella,
ich lese mit Bewunderung für dein Engagement und dein Wissen immer wieder gerne deine Artikel. Danke !!!!
Ella
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luzilein
Rang1



Anmeldungsdatum: 22.06.2012
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2012 20:10 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

... dem schliesse ich mich an, es ist wirklich bemerkenswert, mit welchem engagement du dich für die sache einsetzt, obwohl deine familienplanung abgeschlossen ist, aber es ist toll zu sehen, dass es dir eine solche herzensangelegenheit ist.

danke, luzi


Zuletzt bearbeitet von luzilein am 14 Jun 2013 12:49, insgesamt einmal bearbeitet
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sandra1911
Rang2



Anmeldungsdatum: 02.07.2012
Beiträge: 1381

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2012 20:27 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Mehr als DANKE kann ich auch nicht sagen ! Es fehlt an allen Ecken und Enden an richtiger und kompetenter Aufklärung! Sehr gute Arbeit, mach weiter so !!! Danke
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rebella67
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Anmeldungsdatum: 10.01.2002
Beiträge: 13009

BeitragVerfasst am: 22 Aug 2012 22:40 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure lieben Reaktionen. Eine Herzensangelegenheit ist es mir wirklich. Sonst hätte ich ja längst aufgegeben. ...
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michi743
Rang1



Anmeldungsdatum: 19.09.2011
Beiträge: 546

BeitragVerfasst am: 23 Aug 2012 08:45 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit diesem Thema und habe gerade mit großem Interesse diesen Text gelesen. Ich finde es beneidenswert mit welchem Engagement Du dies tust. Danke, dass Du Dich so für dieses Thema einsetzt.
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Blume29
Rang1



Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 12 Okt 2012 12:43 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

mischsperma? Unglaublich!!

Ansonsten schliesse ich mich meinen Vorschreiberinnen an.
VG Blume
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Seit dem 2.6. raubt uns das kleine Blümchen oft genug den Schlaf aber nicht die Träume.
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rebella67
Rang5



Anmeldungsdatum: 10.01.2002
Beiträge: 13009

BeitragVerfasst am: 23 März 2017 21:19 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Das oben rezensierte Buch und mein Brief an Michi Knecht sind nun fast 5 Jahre alt. Ich habe ja nie eine Antwort erhalten. Gestern habe ich erstmals Frau Knecht persönlich erlebt. Sie war eine der Referentinnen, die beim Ethikrat zum Thema Eizellspende sprach. Das, was sie sagte, war frei von den oben von mir kritisierten Begriffen. Sie hat auch ganz Vernünftiges vorgetragen. Auf meine Frage zum Begriff "Kommerzialisierung" antwortete sie in der Diskussionsrunde noch nicht so, dass ich zufrieden war, im anschließenden Gespräch aber schon. Wir konnten feststellen, dass wir beide der Auffassung sind, dass die Eizellspende in Deutschland zugelassen werden könnte, wenn die Ärzte dabei keinen Gewinn erwirtschaften, sondern nur ihre Kosten gedeckt bekommen. Auch die Spenderin darf eine Aufwandsentschädigung erhalten. Das würde sie dann auch nicht unter dem Begriff "Kommerzialisierung" kritisieren. Frau Knecht ging sogar soweit, dass sie eine Bezahlung durch die Krankenkassen wünschen würde, um den "Kommerz" aus der Eizellspende herauszubekommen.

Meinen oben stehenden Brief darf ich ihr nun noch einmal zusenden.
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Liebe Grüße, Rebella
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