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Argumente von Wissenschaftlern und Politikern für die Änderung des ESchG

"Jeder war einmal eine befruchtete Eizelle, und deshalb verdient jede Respekt, aber nicht jede befruchtete Eizelle wird ein Mensch. 70 Prozent gehen auf natürlichem Wege verloren. Trotzdem sagen wir nicht: 70 Prozent aller Menschen werden nie geboren."
[Ethikrat- Mitglied Prof. Dr. theol. Richard Schröder]
Quelle

"Mich schreckt am meisten der Geist erbarmungsloser Moral und zugleich des rechtlichen Zwanges auf betroffene Einzelne im Dienste vermeintlicher Gemeinschaftsinteressen. So als gehörten eine Frau und ihr Reproduktionsverhalten und sogar die dabei instrumentalisierten Behinderten zu allererst einmal dem Staat, der dieser Frau in von Mehrheitsmeinung abhängigen Grenzen Freiheiten hinsichtlich ihres ureigensten Menschenrechts, nämlich der Entscheidung über die eigene Fortpflanzung, einräumt oder versagt, und sie gegebenenfalls dazu zwingt, ein schwerst behindertes Kind sozusagen als Exempel für andere auszutragen und aufzuziehen."
"Will es mir scheinen, als ob die alleinige Fixierung des Menschenwesens auf den Besitz eines Satzes menschlicher Gene (von denen wir zudem auch noch einen sehr hohen Prozentsatz mit vielen anderen Tieren identisch gemeinsam haben) und die als hochmoralisch bewertete willenlose Hinnahme jedes Zufallsunglücks in der Beschaffenheit dieses Gensatzes, den Gipfel eines Biologismus bedeutet, der den Menschen tatsächlich zum reinen Biowesen degradiert und ihm genau das abspricht, was ihn eigentlich erst zum Menschen macht: Seine kulturbedingende Entscheidungsfreiheit."
[Hubert Markl, Präsident des Max Planck Institutes, in: "Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde: Warum Lebenswissenschaften mehr sind als Biologie", 22.7.2001]
Quelle

"Das hier angesprochene "Schadensprinzip" geht auf die Väter des Liberalismus zurück, namentlich auf Wilhelm von Humboldt und John Stuart Mill. Das Schadensprinzip hat fünf wichtige Implikationen.
Erstens: Die Beweislast haben stets diejenigen zu tragen, die sich für ein strafrechtliches Verbot einer bestimmten Handlungsweise aussprechen. Es ist an ihnen zu zeigen, dass die zur Debatte stehende Handlung tatsächlich eine Schädigung Dritter beinhaltet.
Zweitens: Die Argumente dafür, dass eine Handlungsweise andere schädigt, müssen einsichtig und überzeugend sein. Sie dürfen nicht auf vollkommen spekulativen soziologischen oder psychologischen Annahmen beruhen.
Drittens: Handlungsweisen, die ausschließlich dem Handelnden selbst schaden, dürfen nicht unter Strafe gestellt werden. Der Staat soll seine Bürger nicht vor sich selbst, sondern nur vor Übergriffen durch andere schützen.
Viertens: Dass eine Handlungsweise anderen schadet, ist eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung dafür, sie strafrechtlich zu verbieten. Wenn die Kriminalisierung eines Verhaltens mehr Schaden verursacht als verhindert, widerspricht sie dem Sinn des Schadensprinzips und muss aufgehoben werden.
Und fünftens: Die bloße Tatsache, dass eine Handlung den moralischen oder religiösen Überzeugungen anderer widerspricht, reicht für ein strafrechtliches Verbot nicht aus. In einer pluralistischen Gesellschaft kann die Aufgabe des Staates nicht in der Durchsetzung einer bestimmten Moral oder Religion bestehen, sondern ausschließlich in der Verhinderung einer Schädigung Dritter."

"Es sollte zu denken geben, wenn sich ein Drittel der Menschen unseres Landes anmaßt, Paare, die Träger einer geschlechtsgebundenen Erkrankung sind, dazu zu verdammen, entweder kinderlos zu bleiben oder aber ein Kind mit Hämophilie, einer Muskeldystrophie oder gar dem Lesch-Nyhan-Syndrom großzuziehen, bei dem die Kinder unter einer schweren geistigen Behinderung und stets wiederkehrenden Anfällen von Selbstverstümmelung leiden, bis sie im Teenageralter sterben. Was ich aber noch anfügen wollte: Angesichts unserer Umfrageergebnisse könnte man sagen, dass das gegenwärtige Embryonenschutzgesetz, das die vorgeburtliche Geschlechtswahl unter Androhung von Strafe verbietet, sehr wohl die Werte unserer Bevölkerung widerspiegelt. Schließlich will eine Mehrheit von 60 Prozent, dass die Geschlechtswahl nur zu medizinischen, nicht aber zu nicht-medizinischen Zwecken zugelassen wird, genau wie es das Embryonenschutzgesetz auch vorsieht. Wer dem Grundsatz "Unsere Gesetze müssen unsere Werte widerspiegeln" anhängt, wird sich durch unsere Umfrage also bestätigt sehen und sagen, dass es diesbezüglich keinerlei Bedarf zur Änderung des Embryonenschutzgesetzes gibt. Er vergisst dabei aber vollkommen, dass er damit der Mehrheit - trotz Ermangelung guter Argumente - die Lizenz erteilen würde, einer Minderheit ihre Werte aufzuzwingen." [Dr. Edgar Dahl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Dermatologie und Andrologie der Justus-Liebig-Universität Giessen, in: "Das Geschlecht der Kinder ist egal"]
Quelle

"Der Verfassung wird zugemutet, eine Situation zu regeln, die sie weder kennen noch entscheiden kann. Statt die Wertschätzung der Menschenwürde nicht zuletzt auch aus dem eigenverantwortlichen Handeln und Entscheiden des Menschen abzuleiten, statt die Wertschätzung des Lebensschutzes durch die Gesellschaft selbst zu ergründen, spiele der Gesetzgeber die Frage an das Grundgesetz zurück. Die Verfassung ist damit überfordert."
[Prof. Dr. Christoph Enders von der Universität Leipzig]
Quelle

Klein-Putz dankt Rebella für diesen Beitrag.
Stand: 2004




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