Angst vor Fehlgeburt und endgültiger Kinderlosigkeit.

Hier antwortet Frau Silke Schwekutsch von www.kindeshalb.de

Moderator: Kindeshalb

Gast

Beitrag von Gast »

Mädels ich kann verstehen was ihr sagt von wegen Psychotherapie ihr habt ja auch recht nur so wie ich es weiß hat Wasabi schon eine Therapie hinter sich gebracht wo der Therapeut ihr ihren Kinderwunsch quasi ausreden wollte so hab ich zwischen den Zeilen gelesen und wenn man eine Frau deren Uhr tickt versucht da rein zu reden naja ihr werdet wohl wissen was dann passiert man hat kein vertrauen mehr und es ist auch gar nicht so einfach jemanden zu finden mit dem man seinen "Keller aufräumen" würde
Ich finde es aber gut dass sie sich hier öffnet und ich muss ganz ehrlich sagen ich empfinde dieses Forum selbst auch als grosse stütze nennt es internet Therapie
Aber eigentlich wollte Wasabi keine antworten von uns sondern von der Pädagogin :D
Alles liebe Sandra
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Kindeshalb
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Beitrag von Kindeshalb »

Liebe Wasabi, liebe Mädels,

hier bin ich und ich muss mich erstmal entschuldigen, dass ich mich jetzt erst melde!

Ich habe mich gerade eingeloggt, um Euch zu schreiben, was die letzten Wochen rund um meine Tätigkeit hier bei klein-putz passiert ist. Hierzu gleich nachher mehr.

Auch wollte ich Euch schreiben, dass ich es schade finde, dass niemand hier in diesem neuen Bereich schreibt.

Ich habe leider keine Mitteilungen bekommen, dass es neue Nachrichten gibt und mich darauf verlassen, dass dann auch nichts eingestellt wurde.

Tja, das war falsch. Entschuldigt bitte, mein Fehler!



Zunächst aber zu Deiner Anfrage Wasabi:

Ich habe Deine Nachricht aufmerksam gelesen und auch die Reaktionen der anderen Mädels darauf.

Liebe Wasabi: Offenbar trägst Du Deine Ängste und Sorgen schon lange mit Dir herum. Du hast sie hier im Forum wiederholt geteilt und besprochen.

Zunächst möchte ich Dir sagen:

Du bist schwanger!

Nochmal: Du bist schwanger!!!

Jedes Mal, wenn Zweifel aufkommen und die Glaubenssätze aus Deiner Kindheit sich melden, dann rufe Dir in Erinnerung:

Du bist schwanger!

Schreib es Dir auf, hänge Dir Zettel in der Wohnung auf, übe diesen Satz mehrmals täglich ein, denn eins ist mittlerweile klar:

Du kannst schwanger werden! Und damit gibt es jeden Grund für Hoffnung und Zuversicht!

Glaube das mal!

Und wenn die Zweifel sich bemerkbar machen, dann suche für Dich passende Formen, um diese negativen Gedanken mit der positiven Realität zu konfrontieren.

Leg Deine Hände auf Deinen Bauch und spür in Dich hinein, schaue Dir US-Bilder an ... und überzeug Dich mit allen Sinnen davon, dass Du schwanger bist.

Deine Ängste und Sorgen scheinen - so wie Du das ja auch selbst schreibst - ihren Ursprung in der Beziehung zu Deiner Mutter zu haben.

Ich würde Dir auch gerne raten wollen Dir hierzu professionelle Hilfe zu suchen.

Ich glaube, dass Glaubenssätze, mit denen man aufgewachsen ist, sich nicht dauerhaft mit ein paar Tipps auflösen und ändern lassen.

Es bedarf oft sehr viel Kraft und Ausdauer, die geeignete Person und auch den geeigneten Therapieansatz für diesen Weg zu finden.

Vielleicht wäre es in Deinem Fall auch sinnvoll, an ein Gruppensetting zu denken, bei dem Du von Erfahrungen der anderen profitieren könntest.

Prinzipiell denke ich, dass sehr viele von uns "alte Konflikte" mit den eigenen Eltern und oft gerade mit der eigenen Mutter mit sich herumtragen.

Ich erinnere mich an meine Psychodrama-Ausbildung, bei der fast jede und jeder in meiner Ausbildungsgruppe eine heftige Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter auf der Bühne inszeniert und nachgespielt hat.

Ich persönlich habe meine Mutter damals im Spiel in einen Gefrierschrank bei minus 220 Grad gesteckt und erst später ist mir klar geworden, was ich damit "eigentlich" getan habe. Aber ich war so wütend und sauer und gleichzeitg hat es unheimlich gut getan, dem Luft zu machen und es irgendwie nach außen zu bringen.

Danach - und es gab einige "Inszenierungen" dieser Art - konnte ich als erwachsene Frau überlegen, wohin ich mein Aufmerksamkeit richten will und auch eigenverantwortlich entscheiden, welche Glaubenssätze ich für richtig und wichtig für mein Leben erachten möchte.

Liebe Wasabi, mach Dich auf den Weg und suche den für Dich richtigen Weg, um Deine Vergangenheit aufzuarbeiten, Dich damit auszusöhnen und dann Deinen Fokus ganz in die Gegenwart zu richten.

Herzliche Grüße

Silke
4 x ICSI, 2 Kryo, 4 x schwanger
Mutter von 2 tollen Jungs!
Kindeshalb ist mein Blog für Frauen mit Kinderwunsch
www.kindeshalb.de
Sahnneh
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Re: Angst vor Fehlgeburt und endgültiger Kinderlosigkeit.

Beitrag von Sahnneh »

Was hilft? Professionelle Hilfe ja, manchmal. Da kann man aber auch an den/die Falsche geraten - probieren sollte man´s. Man kann ja bis zu fünf Therapeuten ausprobieren soweit ich weiss, bis man sich für einen entscheidet (natürlich für den, mit dem man am besten klarkommt oder von dem man sich am besten verstanden fühlt). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Bewegung tut immer gut, regelmäßig Sport, das hellt immer die Stimmung auf und man verlässt die Welt der Gedanken und lebt mehr im Körper, im Hier und Jetzt (wie hier schon so richtig gesagt wurde), und überhaupt: man sollte loslassen, was einen quält. Dass die Eltern so oder so in der Kindheit waren oder heute immer noch sind: loslassen. Man kann die Vergangenheit nicht ändern und oft die Gegenwart auch nicht. Es ist okay, sich die Sache anzuschauen (was ist schiefgelaufen, was nervt mich?) - aber dann: drauf geschissen und neue Wege gehen, auch mental. Die moderne Psychotherapie bestätigt das und verfährt auch so - Einsicht in die Probleme, ja, aber dann Neues erschaffen! Man hat verstanden, dass jahrelanges auf-der-couch-rumliegen und immer alles wiederzukäuen absolut nichts ändert.
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