Hallo

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wo jetzt schon Vermißtenmeldungen ausgegeben werden, muß ich mich ja dringend mal wieder melden. Aber leider gibt es Zeiten, wo ich es auch mal nur am Wochenende schaffe, reinzuschauen, ich hoffe Ihr seid nicht böse.
Mit Hamburg habe ich nicht mehr telefoniert, weil ich jetzt wieder etwas beruhigt bin nach Eueren Rückmeldungen - auf meine Mail hat allerdings auch niemand geantwortet. Na ja, nach dem 6.8. kann ich ja Schulze selbst erreichen.
Als ich vom KISS-Syndrom in Chrissis Posting gelesen habe, mußte ich erst etwas schmunzeln, weil ich eher vermutet hätte, daß die beiden vielleicht das KUSCHEL-Syndrom hätten. Aber das scheint ja schon was ernsthaftes zu sein, wobei es so Haltungs- und Rückenprobleme bei Babies gar nicht so selten gibt. Bei meiner älteste Nichte hatte man z.B. auch so eine Einseitigkeit festgestellt (sie hat den einen Arm zu wenig bewegt), und dann hat sie auch Krankengymnastik bekommen, und jetzt ist sie in der 5. Klasse und eine prima Leichtathletin.
Übrigens, was auch noch so ein Grund für meine Abwesenheit hier war: Klein-putz-mäßig war ich zuletzt etwas bei der Unterschriften-Aktion in Beschlag genommen. Aber wie Atonne schon berichtet hat, ist alles fertig - ganz oben leuchtet ja jetzt immer der Link
http://www.klein-putz.net/forum/viewtop ... highlight= zu den entsprechenden Seiten. Es geht um Forderungen zur Verbesserung der Situation von KiWu-Paaren in Deutschland, angefangen von besserer Kostenerstattung über Punkte zur Änderung des Embryonenschutzgesetzes, mit denen es möglich würde die mäßigen deutschen Erfolgsquoten bei KB-Behandlungen zu verbessern, bis zu Forderungen zu HI, Eizellenspende o.ä. Würde mich wirklich freuen, wenn viele von Euch mitmachen (privates Sammeln, ggf. Auslegen von Listen und Erläuterungen in KiWu-Praxen), falls Euch die Ziele zusagen; und wenn Euch die Forderungen beim ersten Lesen erst einmal etwas sehr weitgehend vorkommen, dann lest doch mal die beiden Anlagen - insbesondere in der längeren von beiden werden wirklich viele guten Gründe mitgeliefert (da waren bei der Vorbereitung Bea, Gaby und Rebella sehr fleißig). Und wenn jemand zwar gerne seien Unterschrift mit druntersetzen möchte, aber selbst nicht sammeln will, dann kann er/sie mir auch gerne eine PN schicken; man kann ja Listen auch untereinander herumschicken zu diesem Zweck.
So, und jetzt ist erst einmal Daumendrück-Zeit. Absolut dringend scheint mir der Fall von Mr. und Mrs. Atonne, den Zwillingsliebhabern, deshalb

und

. Und dann ist ja auch Schneckchen in der Warteschleife, bei der es diesmal angesichts so schöner transferierter Mehrzeller klappen muß. Ich drücke einfach mal Daumen pro Zelle, macht also

und

und

- wobei Zwillinge schon reichen täten

. Also,

viel Glück übers Wochenende!!!
Und wo Wärsogern schon nach meinen Texten fragte, und man ja am Wochenende so viel Zeit zum Lesen hat, wollte ich dann eigentlich noch etwas erzählen, was ich hier noch dranhänge:
Eigentlich hatte ich ja die letzten Tage auch das Gefühl, daß ich so langsam wieder in die "Normalität" hineinkomme und so vielleicht die weitere KiWu-Behandlung als etwas auffassen kann, das ich eben als Teil meines derzeitigen Lebens akzeptieren kann, ohne daß es immer wieder so viel meiner Energie auffrißt. Aber ganz so einfach geht es vielleicht dann doch nicht, wie mir gleich gestern - kaum daß ich den Gedanken gefaßt und mich wohl damit zu fühlen begonnen hatte - ein Vorfall gezeigt hat: eigentlich nur ein Anruf meiner Schwägerin, die sich, da Berta gerade nicht da war, sich etwas von mir berichten ließ, wie es bei uns steht und weitergeht.
Dabei meinte sie dann auch offenbar mal etwas nachhaken zu müssen und fragte mich dann, ob wir uns denn dann nicht, wo nun einmal die Chancen mit ICSI eher gering seien, die Spendersamenbehandlung in Frage käme. Ich habe gleich gemerkt, daß mich die Frage schon getroffen hat, weil ich eigentlich finde, daß das niemandem zusteht außer Berta selbst, in diese Richtung "Aufforderungen" zu formulieren, was ja leider auch schon einmal meine Schwiegermutter gemacht hatte. Aber als ich ihr dann versuchte etwas zu erzählen von meinen Überlegungen (siehe letzter Kurzroman), daß das erst einmal ein ganz neuer Schritt sein müßte, und daß Berta und ich eben festgestellt haben, daß ein gemeinsames Kind ein sehr tiefer Wunsch von uns beiden ist, da merkte ich, wie das Gespräch leider immer ungeduldiger geführt wurde, irgend wie nach dem Motto "Was muß man da für Probleme machen" etc.
Ich hatte Euch ja schon mal berichtet, als ich im März auch mit meinen Brüdern so ähnliche Probleme mit Unverständnis-Reaktionen hatte, wenngleich vom Thema anders (sie konnten es ja umgekehrt nicht nachvollziehen, daß ich HI überhaupt in Erwägung ziehe). Damit bin ich inzwischen eigentlich ganz gut klar gekommen, indem ich mehr Distanz halte, und das muß ich wohl auch konsequenter noch mit der Schwägerin und den Schwiegereltern tun. Es hatte mich im Frühjahr ziemlich geschmerzt festzustellen, daß mein Wunsch, in meinen Brüdern auch Freunde zu haben, eben irreal ist. Jetzt ist es irgendwie wieder derselbe Prozeß, denn ich kämpfe ja schon länger mit der Schwieger-Family herum und merke einfach seit längerem, daß ich da als "Familienmitglied" im Grunde nicht akzeptiert werde - also sollte ich mir das wirklich nicht mehr wünschen, sondern auch wieder auf Distanz bleiben.
Das ist im Moment noch ein etwas schwerer Vorgang, der wohl noch etwas Zeit brauchen wird. Es ist ja auch so eine Erfahrung, wie diese KiWu-Geschichte wirklich wie so ein Art Menschlichkeitstest ungewollte Ergebnisse bringt, z.T. auch dann ziemlich überraschende: Fast alle Freunde und einige Bekannte, die dadurch eigentlich näher gerrückt sind, weil sie sich als wirkliche Helfer erwiesen haben. Auch meine Eltern, die aufgrund ihrer katholisch-konservativen Einstellung eigentlich viel mehr Hinderungsgründe hätte, waren mir sehr große Stützen und sind da über ihren Weltanschauungs-Schatten ein gutes Stück gesprungen. Nur eben mit meinen Brüdern und der Schwieger-Family läuft's anders. Na ja, insgesamt ist das eigentlich keine schlechte Bilanz, nur aufgrund der Überraschungsergebnisse z.T. etwas schmerzhaft.
So, ist wieder ein kleiner Roman geworden...
Viele Grüße,
B.
