ich war zwar lange nicht mehr hier, aber bei dieser gelegenheit musste ich doch gleich an mein altes heimatforum denken

Webportal wirbt um Kontakt zu Politikern
Auf Tuchfühlung mit dem Wähler
Von Frank Thadeusz, tagesschau.de
[Bildunterschrift: Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse im Gespräch mit einer Wählerin in seinem Heimatbezirk Berlin-Pankow.]
"Der Wahlkampf ist vorüber, die Sitze sind verteilt und alles geht weiter wie bisher? Falsch!" - mit diesen vielversprechenden Worten präsentiert der Verein Politik-Digital (Pol-di.net e. V.) seine neueste Internet-Plattform "sie-schreiben-dir.de". Das ambitionierte Projekt will Bundestagsabgeordnete mit Wählern aus ihrer Region in direkten Kontakt bringen. Finden sich genügend interessierte Wähler, "sorgen wir dafür, dass dieser Abgeordnete sich bei ihnen meldet", verspricht Pol-di.net.
Das Forum will in der Kommunikation zwischen Wähler und Mandatsträger ganz neue Wege gehen: "Das Frage-Antwort-Spiel kennen wir. Wir drehen den Spieß um", kündigt Pol-di.net-Geschäftsführer Christoph Dowe an. So klopfen die Poldis beim entsprechenden Abgeordneten an, wenn sie mindestens 25 Mails von Wählern aus dessen Wahlkreis gesammelt haben. Der Volksvertreter muss sich nun jedoch nicht durch die Zuschriften kämpfen, sondern wird schlicht aufgefordert, in einer Antwort-Mail sich und seine politische Agenda vorzustellen.
Am britischen Vorbild orientiert
Die Wähler haben zwei Möglichkeiten, auf die Stellungnahmen der Abgeordneten zu reagieren: Sie können Politik-Digital eine Antwort-Mail schreiben und mit anderen Wählern über die Ausführungen der Politiker in einem Forum diskutieren. Die Politiker wiederum können den Dialog mit den Wählern allgemein weiter führen oder auch konkret auf die Mail eines einzelnen Wählers antworten. Die Empfänger-Adressen wie die Mailadresse des Abgeordneten sind nur den Datenbankadministratoren des Projekts bekannt, um Missbrauch auszuschließen.
"Sie-schreiben-dir.de" orientiert sich an dem britischen Vorbild "hear from your mp". Auf der englischen Seite haben sich bereits weit über 16.000 Wähler für das interessiert, was insgesamt 646 Abgeordnete zu sagen haben. Auf Seiten der Politiker hapert es allerdings noch mit der Beteiligung. Lediglich eine handvoll Parlamentarier schrieb bislang mehrere Mails, etwa genau so viele meldeten sich immerhin ein Mal. Der überwiegende Rest der Volksvertreter auf der Insel blieb bislang stumm.
Spielen die Politiker mit?
[Bildunterschrift: Keine Berührungsängste: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Anhängerin in Erfurt.]
Genau dieses Verhalten könnte sich auch für "sie-schreiben-dir.de" zum Kernproblem entwickeln. So scheint fraglich, ob sich die Mehrzahl der Parlamentarier dem Medium aufgeschlossen zeigen und künftig neben dem ohnehin vollen Terminkalender fleißig Mails an die Wählerschaft schreiben werden. Und selbst, wenn die Abgeordneten mitmachen: Werden deren elektronische Botschaften über das Niveau plakativer Aussagen eines Wahlkampf-Faltblatts hinaus reichen? Oder läuft der Politiker bei einem allzu offenen Meinungsaustausch mit dem Wähler nicht Gefahr, dass seine Mail unversehens und ungewollt in die Öffentlichkeit gerät?
Poldi-Geschäftsführer Dowe sieht dennoch einen gewichtigen Grund, warum die Abgeordneten sich an dem Projekt beteiligen sollten: "Der nächste Wahlkampf kommt bestimmt, und irgendwer muss die Plakate kleben. Ich wäre ja als Politiker mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich so einen Verteiler nicht nutzen würde, wie wir ihn bieten". Dass die Parlamentarier bei "sie-schreiben-dir.de" massenhaft Wahlhelfer rekrutieren können, scheint jedoch eher unwahrscheinlich. Traditionell sind die Teilnehmer in solchen Foren sehr kritisch.
Stand: 11.05.2006 10:43 Uhr
quelle: http://tagesschau.de/aktuell/meldungen/ ... F2,00.html
vielleicht ist das was für euch.
fragt ihnen ein loch in den bauch!

liebe grüsse von Sanne