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klein-putz Foren-Übersicht -> Medizinischer bzw. betreuter Bereich -> Fragen an die Biologin -> Implantationsrate pro Blastozyste (SET)?
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Möwe
Rang1



Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 445

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2018 13:30 Beitrag speichern    Titel: Implantationsrate pro Blastozyste (SET)? Antworten mit Zitat

Liebe Frau Zeitler,

können Sie mir etwas zur Einnistungswahrscheinlichkeit pro Embryo sagen? Hintergrund ist der, dass mein Mann und ich den SET einer Blastozyste planen.
Und wie unterscheiden sich dabei die Implantationsraten zwischen einer, sagen wir 30-Jährigen und einer 40-Jährigen? Gesetzt den Fall, beide hätten an Tag 5 eine super Blastozyste, die mit 4AA bewertet würde – wie groß wäre der Unterschied hinsichtlich der Einnistung? Haben Sie dazu Zahlen?

Hintergrund meiner Frage ist auch der, dass meine ehemalige Kinderwunschpraxis mir eine Statistik genannt hat, nach der bei 30-jährigen Frauen mit einer ca. 50%-igen Blastozystenrate zu rechnen sei, bei Frauen mit Mitte 30 wären es noch ca. 30% und bei Frauen um die 40 Jahre noch ca. 10% aller Eizellen, die es bis ins Blastozystenstadium schaffen (individuelle Schwankungen, die es bei jedem Paar geben kann, mal nicht berücksichtigt). Soweit, so verständlich .
Nun frage ich mich dabei aber auch Folgendes: Da bei 40-Jährigen ja nur wenige Eizellen überhaupt das Potenzial haben, das Blastozystenstadium zu erreichen – kann man dann nicht davon ausgehen, dass die wenigen Eizellen, die es am Ende schaffen, sich zu einer sehr guten Blastozyste zu entwickeln, eine ähnlich hohe Einnistungswahrscheinlichkeit haben wie die Blastozysten einer jüngeren Frau? Sie haben ja die "Hürde" bis zur Blastozyste erfolgreich gemeistert. Soweit ich weiß, sind natürlich längst nicht alle Blastozysten genetisch intakt – ich meine gelesen zu haben, dass bei Blastozysten aber immerhin nur noch ungefähr 40% genetisch auffällig seien. In anderen Stadien (z. B. als Acht-Zeller) wäre der Anteil genetisch nicht intakter Embryonen größer. Oder ist bei den Blastozysten älteren Frauen zu erwarten, dass es mehr als die genannten 40% sind, die genetische Auffälligkeiten haben?

Es wäre toll, wenn Sie hierzu ein paar Infos für mich hätten, das Thema interessiert mich sehr .

Liebe Grüße
Möwe
_________________

"Strength doesn't come from what you can do. It comes from overcoming the things you once thougt you couldn't."


ICSI-Kandidatin ... Kryo-Fan ... Stehaufmädchen
Kryo 07/2012 *6. SSW
Kryo 09/2012 *8. SSW (extrauterine Schwangerschaft)
Kryo 10/2013 *6. SSW
Kryo 11/2014 *6. SSW
Kryo 03/2018 *6. SSW

Es warten noch ein paar Kryos auf uns.


Meine Baustellen: Hashimoto (ohne AK), Glutenunverträglichkeit (glutenfrei seit 01/2015), hochgradiges HLA-Sharing, KIR-Genotyp AA, erhöhte NK (zwischen 17 und 23%), erhöhtes TNF-alpha, leicht erhöhter RF
Aber sonst: Hübsche & viele Eizellen, gute Befruchtungsraten, gute Blastozysten, Hormonwerte prima
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sonjazeitler
Rang1



Anmeldungsdatum: 01.05.2012
Beiträge: 732
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2018 09:06 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

eine gute Übersicht zu ihrer Frage finden sie auf Seite 36 des DIR-Jahrbuchs für 2016:

http://www.deutsches-ivf-register.de/perch/resources/downloads/dirjahrbuch2016d-2.pdf

Der Unterschied in der SS-Rate nach dem ET einer AA-Blastozyste bei einer 30-jährigen vs einer 40-jährigen
liegt hauptsächlich an der Genetik bzw. an der Intaktheit der Zellorganellen, die für die korrekte
Verteilung der Chromosomen verantwortlich sind.
Bei einer 40-jährigen ist von 2 guten BC mit hoher Wahrscheinlichkeit eine BC aneuploid.
Diese Rate ist bei einer 30-jährigen deutlich niedriger.
In Ländern, die das screening an BC erlauben, wird auch in den >38J-Gruppe meist nur eine untersuchte = euploide BC transferiert und die SS-Raten sind sehr gut.
Länder, in denen diese Möglichkeit nicht nutzen dürfen, erzielen ähnliche hohe SS-Raten nach ET von 2 BCs, jedoch liegt das Zwillingsrisiko höher.

Die Entscheidung für einen SET sollte man von EZ-Zahl, Befruchtungsrate, BC-Rate und Embryoqualität abhängig machen.
Viele Paare entscheiden erst am ET-Tag in Abstimmung mit den Biologen/Ärzten
ob beide BCs transferiert werden oder ob der 2. Embryo vitirifziert wird und im Falle eines neg. Tests einen Zyklus später transferiert werden kann.

Gruß
Sonja Zeitler
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Möwe
Rang1



Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 445

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2018 15:31 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Frau Zeitler,

danke für Ihre Antwort .

Das DIR-Jahrbuch habe ich bereits rauf- und runtergelesen und frage mich dazu noch Folgendes: Für Frauen mit 40 wird dort für einen SET eine Schwangerschaftsrate (Einnistungsrate) von knapp 17% genannt. Das ist ja erst einmal recht überschaubar. Was mir aber noch nicht klar ist: Hinter dieser Zahl verbergen sich allerlei individuelle Geschichten. Gerade ab 40 haben viele Frauen ja leider oft nur noch wenige Eizellen und/oder schlechtere Befruchtungs- und Entwicklungsraten als z. B. Frauen mit 30. Ich habe schon mehrmals mitbekommen, dass dann im Grunde das transferiert wird, was am Transfertag noch da ist – oft ist halt einfach nur noch ein Embryo übrig, der dann natürlich als einziger transferiert werden kann. Daher sind diese 17% natürlich eine Mischkalkulation, klar.

Mich würde jedoch interessieren, ob mit einer "perfekten" Blastozyste (man darf ja träumen ) bei 40-Jährigen dort nicht eine andere Zahl stehen würde als 17%?

Ja, dass bei 40-Jährigen weniger BC euploid sein würden als bei 30-Jährigen, war für mich eigentlich zu erwarten. Mit Ihrer Aussage, dass in fortgeschrittenerem Alter immerhin ca. 50% der BC euploid sind, kann ich auf jeden Fall etwas anfangen. Ich hatte da sogar Schlimmeres befürchtet. Ich verstehe Sie also richtig, dass die Aussage, eine BC werde als 4AA eingestuft, relativ wenig über deren genetische Ausstattung sagt. Klar, von außen betrachtet kann die BC unauffällig bzw. gut aussehen, doch über ihre "inneren Werte" sagt dieses Grading wohl eher nichts.

Wir überlegen, einen SET durchzuführen, da wir auffallende immunologische Probleme haben – es gibt Meinungen, die in Fällen wir unserem daher von einem DET abraten. Ich versuche für mich daher herauszubekommen, um wie viel schlechter wir uns mit einem SET stehen . Andererseits, sollten diese Immunfaktoren vor allem bei einem DET zum Tragen kommen, würden uns wiederholte DET nichts bringen.
Zu Ihrer Info: Wir haben in zwei Zyklen 16 PN sammeln können (einmal 7 EZ, alle reif, alle befruchtet und einmal 10 EZ, 10 reif, 9 befruchtet). Diese sind vitrifiziert und wir werden dann einige auftauen, um zum Transfer möglichst eine schöne BC zu erhalten.

Liebe Grüße
Möwe



sonjazeitler hat folgendes geschrieben:
Guten Morgen,

eine gute Übersicht zu ihrer Frage finden sie auf Seite 36 des DIR-Jahrbuchs für 2016:

http://www.deutsches-ivf-register.de/perch/resources/downloads/dirjahrbuch2016d-2.pdf

Der Unterschied in der SS-Rate nach dem ET einer AA-Blastozyste bei einer 30-jährigen vs einer 40-jährigen
liegt hauptsächlich an der Genetik bzw. an der Intaktheit der Zellorganellen, die für die korrekte
Verteilung der Chromosomen verantwortlich sind.
Bei einer 40-jährigen ist von 2 guten BC mit hoher Wahrscheinlichkeit eine BC aneuploid.
Diese Rate ist bei einer 30-jährigen deutlich niedriger.
In Ländern, die das screening an BC erlauben, wird auch in den >38J-Gruppe meist nur eine untersuchte = euploide BC transferiert und die SS-Raten sind sehr gut.
Länder, in denen diese Möglichkeit nicht nutzen dürfen, erzielen ähnliche hohe SS-Raten nach ET von 2 BCs, jedoch liegt das Zwillingsrisiko höher.

Die Entscheidung für einen SET sollte man von EZ-Zahl, Befruchtungsrate, BC-Rate und Embryoqualität abhängig machen.
Viele Paare entscheiden erst am ET-Tag in Abstimmung mit den Biologen/Ärzten
ob beide BCs transferiert werden oder ob der 2. Embryo vitirifziert wird und im Falle eines neg. Tests einen Zyklus später transferiert werden kann.

Gruß
Sonja Zeitler

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sonjazeitler
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Beiträge: 732
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 10 Feb 2018 13:01 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,



Mich würde jedoch interessieren, ob mit einer "perfekten" Blastozyste (man darf ja träumen ) bei 40-Jährigen dort nicht eine andere Zahl stehen würde als 17%?

Für einem SET mit einer BC guter Qualität bei einer 30-jährigen ergibt sich eine SR von ca 45 bis 50%.
Mit einen DET unter gleichen Bedingungen steigt die SR um ca 5% auf 50 bis 55 %. Das Zwillingsrisiko steigt jedoch stark an, da die Abortrate in dieser Altersgruppe noch relativ niedrig ist.

Wenn in der Gruppe der 40-jährigen so viele befruchteten EZ zur Verfügung stehen, dass ein SET mit einer
guten BC möglich ist ( d.h. BC-Rate liegt bei ca 1 BC pro 5 befruchteten EZ), dann liegt die SR bei ca 20 bis 25%.
Können zwei ideale BCs ( 2 BCs aus 6-7 befr.EZ) übertragen werden dann steigt die SR auf ca 25 bis 30%.

Alles Gute
Sonja Zeitler
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Möwe
Rang1



Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 445

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2018 15:32 Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Frau Zeitler,

noch einmal vielen Dank für Ihre Antwort und die – für mich – beeindruckenden Zahlen. Ich hätte nicht vermutet, dass die Implantationswahrscheinlichkeit bei zwei Blastozysten nur schlappe 5% höher liegt als bei einer Blastozyste. Da frage ich mich, warum nicht viel häufiger zu einem SET geraten wird. Ich habe jetzt jedenfalls das gute Gefühl, mit einem SET alles richtig zu machen .

Liebe Grüße
Möwe
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