VERSCHLEPPTE KRANKHEITEN
Wegen Praxisgebühr
Durch die Praxisgebühr werden laut Kassenärzten viele Krankheiten verschleppt. Bei Erkältungs- und Atemwegserkrankungen sei dies durchgängig zu beobachten, so der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er habe noch nie so viele verschleppte Lungenentzündungen gesehen wie in der jüngsten Zeit. (dpa)
taz Nr. 7432 vom 11.8.2004, Seite 6, 12 Zeilen (Agentur)
und aus der heutigen Ausgabe meiner Tageszeitung (Aachener Zeitung) von Seite 1...leider nicht online verfügbar (frage mich warum

"Im Gesundheitswesen steigen die Kosten weiter an"
Kassenärtzte sehen Mehrbedarf in Milliardenhöhe. Hansen: Krankheiten werden zunehmned verschleppt. "Schwieriger Spagat"
Berlin. Trotz aller politischen Sparanstrengungen sehen die Kassenärzte weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen voraus. Wie eine Berechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergab, besteht schon jetzt bei sieben Krankheiten ein Mehrbedarf von 2,24 Milliarden Euro. Dieser betrag wäre nötig, wenn alle patienten "optimal" therapiert würden, erläuterete der Vizevorsitzende der KBV, Leonhard hansen (Alsdorf). Zynisch gesagt müsse man froh sein, dass nicht alle Kranken, die Hilfe benötigten, sich behandeln lassen. Gründe für die geringeren Arztbesuche seien die Herausnahme mehrerer medikamente aus der Erstattung durch die kassen sowie die Praxisgebühr. Krankheiten würden dadurch zunehmend verschleppt.
Bei Erkältungs- und Atemwegserkrankungen ist dies laut hansen bereits durchweg feststellbar.
Zu den analysierten Krankheiten zählen die koronare herzkrankheit, Osteoporose, Depressionen und Asthma sowie Alzheimer, Tumorschmerzen und die angeborene Krankheit Mucopolysaccharidose. Gemeinsam mit dem 2003 errechneten mehrbedarf für zehn weitere Karnkheiten belaufe sich die Summe der zusätzlichen Kosten auf 6,19 Millionen Euro. Den Zahlen lägen "defensive berechnungen" zu grunde, betonte Hansen. Die Politik forderte er auf, den mehrbedarf bei künftigen Entscheidungen zu berücksichtigen. Zwar bekomme in Deutschland jeder Patient das, was er braucht, doch "bewegen wir uns bei einigen Krankheiten ander Grenze zur Rationierung", warnte Hansen. Verantwortlich dafür seinen "die strikten Sparvorgaben der Politik, verbunden mit permanetnten Vorwürfen an die Ärzteschaft" wegen zu viler und zu teurer Verordnungen. "Diese Sparpolitik zwingt die Ärzte zu einem schwierigen Spagat zwischen Kostendruck und Sicherstellung einer optimalen Versorgung für den Patienten", fügte der Ärztevertreter hinzu. (ddp)
...macht was draus, Leute...mir fällt da langsam nichts mehr zu ein. Außer:
1.) Haben Patienten auch so eine Lobby (wie z.B. die Ärzte)? Bitte kommt mir nicht mit Frau Kühn-Mengel

2.) Kann man behaupten, dass es politisch gewollt (weil ökonomisch effizient) ist, dass die Qualität und die Quote der früh erkannten und behandelten Krankheiten sinkt? Das spart Kosten und führt in letzter Konsequenz zu einem beschleunigten Ableben derer in der Bevölkerung, die a) wenig Geld haben und b) deren Bildung für gesundheitlichen Zusammenhänge nicht hoch ist.
3.) Der Kanzler hat mal in einer Rede vor dem Bundestag gesagt, dass man die Armen nicht an ihren Zähnen erkennen soll. Kann man wohl auch bald nicht mehr, denn die Zähne sind wohl dann das geringere Problem der ernsthaft terminal Erkrankten, die sich nicht rechtzeitig in ärztlichen Behandlung begeben haben.
LG Ovaria